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Doktorfische

Die Doktorfische (Acanthuridae) werden auch Seebader oder Chirurgenfische genannt. Ihre Bezeichnung ist von den hornartigen Klingen abgeleitet, die diese Fische vor der Schwanzwurzel tragen. Diese Klingen können als Verteidigungswaffe dienen. Der wissenschaftliche Name dieser Familie beruht auf den griechischen Ausdrücken für Stachel (gr. ácantha) und Schwanz (gr. ourá).

Die Doktorfische leben ausschließlich im Salzwasser und finden sich weltweit in äquatornahen Gewässern. Einige Arten leben im Atlantik, andere im Indischen und Pazifischen Ozean. Sie sind in Korallenriffen und Lagunen im roten Meer, im Perfischen Golf, an den Küsten von Ostafrika, Madagaskar, Japan Hawaii und Australien zu finden.

Die meisten Arten erreichen eine Körperlänge von 30 bis 40 cm. Am kleinsten ist mit seinen ca. 12 cm der Tomini-Borstenzahndoktorfisch (Ctenochaetus tominiensis). Zu den größten Arten dieser Familie gehören die Nasendoktorfische, sie können fast 100 cm erreichen, vgl. den Langnasen-Doktorfisch (Naso annulatus) oder den Pferdekopf-Nasendoktorfisch (Naso fangeni). Die Nasendoktorfische zeichnen sich durch hornartige Auswülstungen auf der Stirn aus. Diese Auswülstungen können bei einigen Arten so groß werden, dass erwachsene Fische nicht mehr imstande sind, mit ihrem Maul Algen von Korallen oder vom Untergrund abzupfen zu können, und sich deshalb von Algen auf Plankton umstellen müssen.

Die Doktorfische haben einen hochrückigen und sehr schmalen Körper. Die Geschlechter unterscheiden sich in der Körperfärbung nicht, Männchen können jedoch etwas größer werden als Weibchen und ihre Färbung kann während der Laichphase intensiver sein. Die Männchen der Nasendoktorfische haben oft eine kräftigere und längere Auswülstung auf der Stirn als Weibchen.

Alle Doktorfische haben ein tief liegendes und sehr kleines Maul, bei dem der Oberkiefer etwas länger als der Unterkiefer ist. Aufgrund von Nahrungsspezialisierung haben einige Gattungen spezifische Gebissformen ausgebildet (vgl. etwas verlängerte Schnauze bei Segelflossendoktorfischen, sodass Algen an weniger zugänglichen Stellen erreichn werden können, oder ein eher breites Maul mit beweglichen Raspelzähnen bei Borstenzahndoktorfischen, damit veralgte Stellen abgeraspelt werden können).

Einige Arten wechseln während des heranwachsens ihre Körperfärbung, z.B. der Blaue Doktorfisch (Acanthurus coerulus), der Kreisdorn-Doktorfisch (Acanthurus tennenti) oder der Schokoladen-Doktorfisch (Acanthurus pyroferus). Die Jungfische mimikrieren in eine andere Fischart, um Fressfeinde zu täuschen. Die Schuppen der Doktorfischen sind sehr klein. Die Fische haben im Vergleich mit Süßwasserfischen eine dünne Haut und auch eine dünne Schleimschicht, weil das Meereswasser relativ keimfrei ist.

Die Dornfortsätze an der Schwanzwurzel sind aus der Umwandlung einer Schuppe entstanden und haben rasiermesserschaffe Schnittflächen. Häufig sind sie farblich hervorgehoben und deshalb leicht zu erkennen. Diese Skalpelle werden zur Verteidigung gegen Fressfeinde wie Muränen, Zackenbarsche und Barracudas eingesetzt, aber auch bei innerartlichen Auseinandersetzungen verwendet. Bei Verletzungen durch diese Skalpelle kommt es zu Vergiftungserscheinungen, obwohl die Skalpelle weder Giftleiter noch Giftdrüsen aufweisen. Man kann es wohl so erklären, dass die auf der Fischhaut befindlichen Eiweißverbindungen in die Wunden eindringen und dort zu Infektionen führen oder eine Giftwirkung besitzen.

Die Doktorfische sind Nahrungsspezialisten, wobei sich die überwiegende Zahl der Arten nach ihrer Larvenphase, in der sie v.a. tierisches Plankton fressen, auf eine pflanzliche Nahrung umstellt. Die pflanzliche Nahrung besteht aus Algen oder Detritus. Die Ernährungsweise bedingt auch Verhaltensanpassungen: Einige Arten fressen ihren Kot, um auf diese Art und Weise die halb verdauten Nahrungsreste besser verwerten zu können. Viele Arten der überwiegend von Algen lebenden Doktorfische nehmen dazu noch Korallensand auf, um die Zellwände ihrer pflanzlichen Nahrung besser verarbeiten zu können. Die am Großen Barriereriff lebenden Doktorfische haben im Verdauungstrakt spezifische Mikroorganismen, die dort als Symbiosepartner leben und bei anderen Fischfamilien nicht vorkommen. Nur wenige Arten bleiben nach ihrer Larvenphase Planktonfresser. Von den Nasendoktorfischen stellen sich einige während ihres lebens vom Abfressen von Algen wieder auf Planktonnahrung um, weil sie mit ausgewachsenem Horn keine Algen mehr vom Substrat abfressen können.

Die Doktorfische sind meistens als Einzeltier oder als Paar zu beobachten und verhalten sich überwiegend territorial. Einige Arten bilden jedoch Fressschwärme und auch während der Laichzeit sind die Doktorfische im Schwarm zu beobachten. Durch die Ausbildung von Fressschwärmen können sich die Fische Nahrungsgründe zugänglich machen, aus denen sie als einzelner Fisch von Nahrungskonkurrenten vertrieben würden. Steht den Doktorfischen ausreichend Nahrung zur Verfügung, bilden sie keine Fressschwärme.

Was die Fortpflanzung angeht, so sind alle Doktofische Freilaicher, d.h. sie suchen zum Ablaichen das freie Wasser auf. Sie sind dabei durch fressfeinde besonders bedroht. Ist die Individuendichte innerhalb eines Gebietes entsprechend hoch, bilden sie daher Schwärme aus, in denen der einzelne Fisch besser geschützt ist. Ist die Individuendichte dagegen gering, laichen die Fische als Paar ab. Viele Arten laichen bei Vollmond ab, der mit dem höchsten Gezeitenwechsel einhergeht. Die Larven werden durch diese Gezeiten weit vom Riff entfernt. Dies ist eine Verhaltensanpassung gegenüber Fressfeinden, weil viele andere Riffbewohner die Larven fressen würden. Der Laichakt beginnt mit einem Imponiergehabe, bei dem Rücken- und Afterflossen aufgestellt werden. Einige Doktorfischarten ändern während der Fortpflanzungszeit ihre Körperfärbung.

Die Doktorfische sind als Aquarienfische sehr anspruchsvoll. Sie verhalten sich aggressiv gegenüber Artgenossen und anderen Doktorfischarten, brauchen viel Schwimmraum und stellen hohe Anforderungen an die Wasserqualität im Becken. Dazu kommt bei vielen Arten ein spezifisches Nahrungsbedürfnis. Eine pflanzliche Zusatzfütterung in Form von Algen, Löwenzahn, Spinat oder verschiedenen Salaten ist meistens unerlässlich. Bei sämtlichen im Handel angebotenen Exemplaren handelt es sich um Wildfänge.

Einige Doktorfischarten werden für den menschlichen Verzehr genutzt. Als algenfressende Fische nehmen sie jedoch gelegentlich auch die fettlöslichen und hitzestabilen Gifte Maitotoxin und Ciguatoxin auf und geben diese an ihre Fressfeinde weiter. Den Fischen selbst schadet dieses Gift nicht, Menschen reagieren darauf jedoch empfindlich und können an Ciguatera sterben.

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